Das Online-Compendium (ComDeG)

ist ein frei zugängliches, multiperspektivisches Referenzwerk für die deutsch-griechische Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Diese bilaterale Geschichte soll als schon immer verflochten in europäischen transnationalen Interaktionen, Interpretationen und Übersetzungen erkennbar werden.

Das ComDeG umfasst zum einen die Essays, Artikel und Dossiers des Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen, das vom Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) mit dem Institut für Griechisch-Deutsche Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen in Kooperation erarbeitet wird. Zum anderen beinhaltet das Informationsangebot die Wissensbasis des CeMoG mit Daten zu Personen, Institutionen, Objekten, Ereignissen, Wirkungsorten, Kontaktzonen und Vermittlungspraktiken sowie die damit vernetzten Sammlungen bibliographischer Einträge.

So erhalten Forscher*innen, Student*innen und allgemein Interessierte ein Werkzeug, das den Facettenreichtum der deutsch-griechischen Beziehungen dokumentiert und die Erforschung ihrer Geschichte(n) unterstützt. Weiterlesen

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Essays im Fokus

Architektur und Politik: die Rolle des Architekten Ioannis Despotopoulos (Jan Despo) bei der Vertiefung der deutsch-griechischen Beziehungen in den 1960er Jahren

Der Essay untersucht anhand von drei Beispielen den Beitrag des Architekten Ioannis Despotopoulos zur Vertiefung der deutsch-griechischen Beziehungen in den 1960er Jahren. Diese sind: Seine Vermittlung zur Einladung des deutschen Stadtplaners Werner Hebebrand nach Griechenland zur Erstellung des Regulierungsplans für den Großraum Athen 1960-1962, sein Vortrag mit dem Titel „Die ideologische Prägung der Städte“ in der Akademie der Künste Berlin West im Jahr 1966 und die Realisierung der ordentlichen Mitgliederversammlung der Akademie der Künste Berlin West 1967 in Athen. Diese Beispiele verdeutlichen, wie Despo durch seine Mikrogeschichte optimale Bedingungen für einen bilateralen und gegenseitigen Austausch zwischen den Architektengemeinschaften der beiden Länder schaffen konnte.

Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas

Struktur und Akteur in der Entwicklung der deutsch-griechischen Beziehungen 1871–1941

Strukturelle Faktoren wie die Auflösung des Habsburgerreichs und der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches spielten eine wichtige Rolle in der Entwicklung der deutsch-griechischen Beziehungen und führten dazu, dass diese nicht mehr dem Primat des deutschen Interesses am Osmanischen Reich unterworfen waren. Besonders wichtig waren die Einbeziehung Mazedoniens und Thrakiens in den griechischen Staat und die Weltwirtschaftskrise. Dazu kamen politische Faktoren wie der zunehmende Revisionismus im Europäischen und Mittelmeer-Raum in Folge der Machtergreifung Hitlers, die die Abhängigkeit Griechenlands von deutschen Rüstungstechnologien erhöhten und eine krisenhafte politische Entwicklung mit sich brachten. Erst nach der Errichtung der Diktatur von Metaxas erlebte Griechenland eine erhebliche Stabilisierung. Diese basierte in großem Maß auf dem Handel mit Deutschland. So waren es auch weder grundlegende Meinungsverschiedenheiten mit Griechenland noch Ansprüche auf griechische Gebiete, die Hitler dazu brachten, seine Politik „Ruhe auf dem Balkan“ aufzugeben und Griechenland zu besetzen, wohl aber Mussolinis Ultimatum.

Artikel im Fokus

Otto Kielmeyer Otto Adolf Anton Kielmeyer (1906–nach 1984) war ein deutscher Philologe, der sich seit der Zwischenkriegszeit überwiegend in Griechenland aufhielt, wo er als Übersetzer, Sprach- und Kulturmitt
Richard Franz KreutelRichard Franz Kreutel (1916–1981) war ein österreichischer Osmanist und Diplomat, der im Zuge seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auch griechische Quellen auswertete, übersetzte und herausgab. D

Dossiers im Fokus

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.