Das Online-Compendium (ComDeG)

ist ein frei zugängliches, multiperspektivisches Referenzwerk für die deutsch-griechische Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Diese bilaterale Geschichte soll als schon immer verflochten in europäischen transnationalen Interaktionen, Interpretationen und Übersetzungen erkennbar werden.

Das ComDeG umfasst zum einen die Essays, Artikel und Dossiers des Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen, das vom Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) mit dem Institut für Griechisch-Deutsche Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen in Kooperation erarbeitet wird. Zum anderen beinhaltet das Informationsangebot die Wissensbasis des CeMoG mit Daten zu Personen, Institutionen, Objekten, Ereignissen, Wirkungsorten, Kontaktzonen und Vermittlungspraktiken sowie die damit vernetzten Sammlungen bibliographischer Einträge.

So erhalten Forscher*innen, Student*innen und allgemein Interessierte ein Werkzeug, das den Facettenreichtum der deutsch-griechischen Beziehungen dokumentiert und die Erforschung ihrer Geschichte(n) unterstützt. Weiterlesen

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Essays im Fokus

Aspekte des Musiklebens im griechischen Königreich zur Zeit König Ottos

Hier wurde versucht, eine eventuelle deutsche Verflechtung auf drei wichtigen Gebieten des griechischen Musiklebens in der Zeit Ottos darzustellen, und zwar in der Oper, im Bereich von Konzert und musikalischer Geselligkeit – hier sind die Grenzen fließend – und in der Bildung. In Bezug auf die Oper kann festgestellt werden, dass in Athen der Hof mittels der Finanzierung – direkt und über die Regierung auch indirekt – auf das Zustandekommen und die Qualität der jeweiligen Opernsaison maßgeblichen Einfluss ausübte. Auch in der Auswahl des Impresario wirkte er oft entscheidend mit. Dagegen fand sich nur ein einziger Versuch von Seiten des Hofes, direkt auf das Repertoire Einfluss zu nehmen. Deutsche Musiker waren nur in der Bläsergruppe des Opernorchesters relativ stark vertreten – etliche waren gleichzeitig Mitglieder einer Militärkapelle –, während die Streicher überwiegend und die Sänger ausschließlich Italiener waren. Opernbesuche standen jedem offen, der sich ein Billett leisten konnte, und diese Möglichkeit wurde keineswegs nur von der Oberschicht genutzt. In politischen Diskussionen in der Presse diente die teure und „unmoralische“ Oper der antibayerischen Partei oft als Vehikel für Kritik an Hof und Regierung. In den Handelsstädten Hermoupolis und Patras war der Opernbetrieb unabhängig vom hauptstädtischen Einfluss. Das Konzertleben und die musikalische Geselligkeit waren an europäischen Vorbildern orientiert und offensichtlich an das Vorhandensein einer Bevölkerungsschicht mit musikalischer Bildung nach europäischem Vorbild geknüpft. Diese Schicht war ein internationales Gemisch aus den in Athen ansässigen Diplomaten, den deutschen Beamten und den gebildeten Fanarioten wie etwa Alexandros-Rizos Rangavis, aus den Reisenden und einigen Philhellenen, die sich in Athen niedergelassen hatten. Diese Gruppen befanden sich – abgesehen von den Philhellenen – aufgrund des Status Athens als Hauptstadt und Sitz des Hofes in der Stadt. Die öffentlichen Schulen boten an Musikunterricht nur das gemeinsame Singen, nicht mit dem Ziel musikalischer Bildung, sondern für die patriotische, religiöse und ethische Erziehung der Schüler. Außer privaten Musiklehrern ermöglichten vor allem die Privatschulen für Mädchen auch Klavierunterricht, der junge Damen befähigte, eine Gesellschaft musikalisch zu unterhalten, und der ein beachtliches Niveau erreichen konnte. Im Allgemeinen lag die private Musikerziehung zu Ottos Zeit in der Hand der in Griechenland lebenden Italiener, die häufig eine enge Verbindung mit dem Opernbetrieb hatten. Der Musiklehrer Julius Henning aus Bayern ist eher eine Ausnahme.

Οικονομικά δίκτυα. Η βαυαρογαλλική οικογενειακή τράπεζα των Άιχταλ και τα επενδυτικά σχέδιά της στην Ελλάδα κατά τη δεκαετία του 1830

Κατά τη δεκαετία του 1830, η οικογενειακή τράπεζα των Άιχταλ με τις έδρες στο Μόναχο και το Παρίσι, έδειχνε ζωηρό ενδιαφέρον για επενδύσεις στην Ελλάδα, όπου τα κεφάλαιά της θα μπορούσαν να φανούν χρήσιμα στην επείγουσα ανάγκη ανάπτυξης της οικονομίας. Η οικογένεια επένδυσε σε πρώτη φάση εντατικά στη σύναψη επιχειρηματικών σχέσεων, αλλά ανέκοψε τα σχέδιά της ήδη από τα μέσα της δεκαετίας του 1830. Το άρθρο εξετάζει τις αιτίες αυτής της (αρνητικής) επενδυτικής απόφασης, που είναι παραδειγματική για τη στάση των περισσότερων ευρωπαίων τραπεζιτών.

Μετάφραση από τα Γερμανικά: Αντώνης Οικονόμου

Artikel im Fokus

Serjios SerefisPromotion und Habilitation Serjios Serefis (1895-;) war von 1922 bis 1924 als Promotionsstudent und von 1925 bis 1934 als Habilitationsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben. FakultÃ
Σπύρος Μπώκος

Dossiers im Fokus

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.